Eine spontane Teilnahme an einem Gewinnspiel der Tirol Werbung und der überraschende Gewinn eines Bike-Kurzurlaubes in Tirol brachte mich in die ungewohnte Situation mein altes verstaubtes Bike aus dem Keller auszugraben. Ungleicher kann unsere Zusammensetzung nicht sein: während meine Begleitung seit 20 Jahren auf dem Bike oder Rennrad zu finden ist benutze ich ebenso lange lieber meine Füße zur schnelleren Fortbewegung. Meine einzigen Hoffnungen mein mangelndes Fahrkönnen in Kombination mit meinem älteren schwereren Bike auch nur ansatzweise ausgleichen zu können lagen daher in dem Vertrauen auf meine Kondition und die Geduld meiner Begleitung.
Somit waren wir nicht nur aufgrund dieser unterschiedlichen Voraussetzungen gespannt was uns in Tirol erwartet.
Wir waren im Hotel Montfortin St. Anton untergebracht. Die Gastgeber waren sehr freundlich und versorgten uns mit allerlei Tipps und Empfehlungen. Die Unterkunft bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist sehr zentral in St. Anton gelegen. Supermarkt und Restaurants sind in unmittelbarer Nähe, sodass man sich sehr einfach vor der Biketour mit Proviant versorgen und ebenso gut nachher die verbrauchten Kalorien wieder bei Tiroler Kost auffüllen kann.
Die Bikes können im Schikeller abgestellt werden. Ebenso bietet das Hotel einen sehr neuen und großzügigen Saunabereich inkl. Infrarotkabine. Das Wetter gab sich entgegen der ursprünglichen Prognosen und dem restlichen Sommer überraschend freundlich – für beste Voraussetzungen war somit schon gesorgt.
Unsere erste Tour führte uns bei wunderschönem Wetter ins Verwalltal über die Konstanzer Hütte zur Heilbronner Hütte. Per Bike eine Hütte auf 2300 Metern zu erreichen und 1000 Höhenmeter am Stück zu biken war für uns beide eine neue Erfahrung weswegen wir uns für diese Tour entschieden. Wie wir bemerkten, ist diese Tour sicherlich eine der populärsten Touren rundum St. Anton.
Doch der Anfang gestaltete sich für uns schwieriger als erwartet. Denn dem groben Kartenmaterial und den Wanderhinweisschildern folgend enden wir bald in einer mit dem Bike nicht befahrbaren Schlucht. Gemeinsam mit anderen Biker, die sich auf demselben Irrweg wie wir befanden kehren wir um und entdecken nun im zweiten Versuch die eigenen Bike-Routen-Hinweisschilder.
Hat man einmal das obere Ende von St. Anton erklommen so geht es zuerst auf Asphalt dann auf Schotter flach bis leicht steigend zum malerischen Verwallsee. Dieser wunderschön türkis gefärbte See lädt zu einer kurzen Pause ein und bietet auch ein tolles Fotomotiv.

Ausblick auf den Verwallsee
Weiter geht es ins Verwalltal hinein, meist in einer leichten Steigung. „Meist“ impliziert jedoch, dass der eine oder andere „Schupfer“ doch vorkommt und den Puls kurzfristig in die Höhe treibt. Doch am Ende des längsten Steilstückes wird man mit einem ersten tollen Blick auf die umliegende Bergwelt belohnt.

Ein Blick auf die umliegende Bergwelt
Auch ist an diesem schönen Fotostopp eine Bank zu finden bei der man bei Bedarf seine Kraftreserven wieder auffrischen kann.
Weiter geht’s nun eher gemütlich bis zur Konstanzer Hütte. Diese ließen wir aber links liegen (im wahrsten Sinne des Wortes) und folgten bei der Wegkreuzung vor der Konstanzer Hütte dem rechten Weg Richtung Heilbronner Hütte. Das Tal wird breiter und die wunderschöne Naturkulisse um einen herum lassen die Anstrengung in den Hintergrund rücken.

Auf dem Weg Richtung Heilbronner Hütte
Auf einem breiten, flach steigenden Schotterweg erreicht man nach einiger Zeit die Schönverwallhütte. Hier beginnt ein kurzer Single-Trail durch eine sumpfige Almlandschaft bis man die Abzweigung zur Heilbronner Hütte erreicht.
Für diejenigen, die ein schweres Bike haben und ihre Arme schonen wollen ist es sicherlich eine Überlegung das Bike bei dieser Abzweigung zurückzulassen und den letzten Teil zur Heilbronner Hütte zu Fuß zu bewältigen. Denn ab hier heißt es ca. 45 Minuten über einen steilen, steinigen Single-Trail das Bike zu tragen oder zu schieben. Meine erfahrene Bikebegleitung testete einige Passagen auf ihre Fahrbarkeit bergauf während ich dank meinem schweren Bike ein Ganzkörper-Workout machte. Ist man jedoch endlich oben angekommen so genießt man einen idyllischen Blick auf die Scheidseen und in geringer Entfernung dahinter liegend auf unser heutiges Tagesziel die Heilbronner Hütte.

Blick auf die Heilbronner Hütte
Und auch die umliegende Bergkulisse lädt zum Genießen derselbigen ein.

Blick auf die umliegende Bergkulisse
Auf der Heilbronner Hütte angekommen stärkten wir uns mit Radler und Apfelstrudel und genossen die herrliche Rundumsicht sowie den Blick zurück Richtung St. Anton.

Blick Richung St. Anton
Zurück gings wieder den selben Weg. Versierte Biker können bergab auf der Tragestrecke ihren Mut und ihr Können testen während ich für meinen Teil bei der Sicherheitsvariante blieb. Doch wieder auf dem Schotterweg angekommen konnten wir die nun Bergab-Strecke nach St. Anton aus einer anderen Perspektive bei naturgemäß ungleich weniger Anstrengung und einem deutlich anderen Tempo an uns vorbeiziehen lassen.
Eva und Begleitung